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Notizen-Aktuelles


Erinnerungstafel für "Vollrath's Restauration"   


Liebe Heimatfreunde , liebe Einwohner von Köthensdorf und Taura, fast unbemerkt fand in unserer Sommerpause ein kleines, aber doch interessantes Ereignis statt, das Details der Köthensdorfer Geschichte der breiten Öffentlichkeit in gestalterischer Form zur Kenntnis bringt. In der letzten Juliwoche wurden die Gedenktafeln zur Erinnerung an die ehemalige Gaststätten "Lama-Jack" in der Gasse 56 und Vollrath’s bzw. Speck’s Restauration in der Hauptstr. 36 aufgestellt. Am ehemaligen Ratskeller gibt mit dem Besitzer wegen anstehender Baumaßnahmen noch keine endgültige Absprache zum Aufstellort. Wir sind aber optimistisch, eine Lösung im beiderseitigem Einvernehmen zu finden. Unser Heimatfreund ade‘ Helmut Schreckenbach war wieder pinselführend bei der Anfertigung der interessanten Tafeln. Auf den Gedenktafeln sind wichtige historische Einzelheiten dargestellt, um sie für die Nachwelt zu erhalten und die Dorfgeschichte lebendig bleibt. Wir hoffen, daß die Schilder sehr lange die Vorübergehenden informieren. Wir bedanken uns bei den Gemeindearbeitern für die Hilfe beim Aufstellen. Der Heimatverein ist daran interessiert, weitere ehemalige Köthensdorfer Gaststätten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen ( z.B. der alte Köthensdorfer Gasthof, die Schenke im Lehngut, der alte Reitzenhainer Gasthof, u.s.w.) Wir möchten dieses Projekt der Gedenktafeln an historischen Gaststätten weiterführen und suchen Sponsoren, die diese Arbeit mit einer kleinen Spende unterstützen. Der Heimatverein Köthensdorf e.V. bedankt sich für das Interesse und hofft weitere Tafeln in naher Zukunft aufstellen zu können.

 


Dank an die Kreissparkasse Mittweida

Der Heimatverein Köthensdorf e.V. bedankt sich herzlich für die großzügige finanzielle Unterstützung bei der Herstellung von Gedenktafeln ehemaliger historischer Gaststätten bzw. Restaurationen im OT Köthensdorf. 4 Tafeln sind fertiggestellt und 3 davon an den historischen Orten aufgestellt. Die Spende der Kreissparkasse Mittweida ermöglicht uns die Weiterführung des Projektes, dass zu gegebener Zeit alle ehemaligen Gaststätten in Köthensdorf mit einer Gedenktafeln gekennzeichnet sind und für die Gäste und Wanderer und auch für die Einwohner die Dorfgeschichte lebendig bleibt.


Der Heimatverein Köthensdorf e.V. berichtet

Am 13.April 2005 führte der Heimatverein Köthensdorf im Speisesaal der Johann-Esche-Grundschule im OT Köthensdorf eine weitere Vortragsveranstaltung in diesem Jahr durch.

Das Thema lautete „Fische in der Chemnitz“, ein Fachvortrag nicht nur für Angelfans und Fischteichbesitzer. Heimatfreund Andreas Hugel konnte 38 interessierte Gäste aller Altersgruppen begrüßen. Der Speisesaal wird zur Zeit renoviert und es lag noch ein leichter Farbgeruch vom Fensterstreichen in der Luft. Aber das nahmen alle Besucher gern in Kauf,

weil sie sich über die Aktivitäten an diesem Gebäude freuen und der Fertigstellung gespannt entgegen sehen. Anfangs wurde außerhalb des Themas an die Apriltage vor 60 Jahren erinnert, als amerikanische Soldaten Köthensdorf besetzten und ihre Panzer am Kirchsteig in Stellung gingen. Die Ausstellung des Heimatvereins zum Maibaumsetzen am 23.04.2005 befasst sich auch mit dem Kriegsende im Chemnitztal und der Zeit des schwierigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wiederaufbaus und die damit verbundenen sozialen Probleme. Weiterhin verwies man auf die Heftreihe über den Köthensdorfer Heimatforscher Emil Müller. Die Bestelliste füllt sich wieder und das Heft 1 wird noch mal gedruckt.

Dann begann Herr Gastmeyer vom Deutschen Anglerverband in Sachsen mit seinem Fachvortrag über die Fische im Allgemeinen und Besonderen. Er erläuterte ausführlich die umfangreichen Aufgaben des Verbandes, dessen Mitglieder sich nicht nur mit Angeln beschäftigen. Im Bestand des Verbandes befinden sich zahlreiche Flüsse, Seen, Teiche und Talsperren, teils gepachtet, teils gekauft, wo man aktive Gewässerpflege betreibt. Aus der Geschichte ist bekannt, dass am Chemnitzfluss früher gewerbsmäßig Fischerei betrieben wurde, aber mit Zunahme der Textilindustrie (Färberei, Bleicherei) ab ca. 1870 starben die Fische durch die Verunreinigungen fast aus und die wenig verbliebenen wurden ungenießbar. Selbst zahlreiche Flussedelkrebse gab es bis zu dieser Zeit in der Chemnitz. Zu DDR-Zeiten unternahm man auch nichts, um die Flüsse sauber zu halten. Erst nach der Wende, als die Kläranlage Heinersdorf vollständig bis zur 3.Stufe ausgebaut war, konnte man eine stetige Verbesserung der Wasserqualität beobachten. Die ersten Wasserpflanzen wuchsen wieder in der ruhigen Strömung und die ersten Fischarten wurden registriert. Diese Fische sind sowohl von anderen Gewässern zugeschwommen, als auch von Menschenhand wieder eingesetzt worden. Zur Zeit leben im Chemnitzfluss 20 Fischarten. Der Bestand und die Artenvielfalt werden vom Anglerverband ständig durch Kontrollbefischung überwacht. Dann stellte Herr Gastmeyer Fische aus sächsischen Gewässern in Bild und Wort vor. In der Chemnitz gibt es von den kleinen Fischarten z.B. Gründling, Elritze, Schmerle, Moderlieschen und Stichlinge. Weiterhin schwimmen Flussbarsche, Forellen, Äschen, Barben und natürlich die Lachse im Fluss. Die Zuhörer erfuhren etwas über die Lachswanderungen, die Fortpflanzung und die Brutpflege der Fische. Obwohl hier viel Fachwissen verbreitet wurde, schaffte es Herr Gastmeyer in seiner lockeren Erzählweise das Thema für alle Leute interessant zu gestalten und manch einer erinnerte sich an sein Schulwissen im Fach Biologie.

Danach erfuhren die Gäste einiges über das „Wiedereinbürgerungsprogramm“ für den Lachs in Sachsen, die Perspektiven und die Probleme des Projektes. Es mussten Lachseier aus schwedischen und irischen Flüssen beschafft werden. In den sächsischen Flüssen sollte die Lachsbrut schlüpfen, dass die Brütlinge nach der Geburt ihren Heimatfluss kennen, in den sie nach ihrer ersten großen Wanderung in den Atlantik wieder zurückkehren und dann natürlich selbst Laich ausbringen, um die Fortpflanzung in den sächsischen Flüssen zu gewährleisten. Im Zuge der Lachswanderung wurde auch das Thema der Flussverbauung, die Gestaltung von Wehren und der Bau von Fischtreppen angesprochen. Die meisten sächsischen Flüsse sind eben noch nicht durchgängig von den Fischen durchschwimmbar. Nach den Hochwasserschäden von 2002 konnte die Chance zur „Renaturisierung“ von Flussabschnitten aber nur teilweise genutzt werden. Es wurde wieder der Fehler gemacht, und viel Beton und schöne genormte Steine verbaut, wobei die Böschungsbepflanzung und „Bremssteine“ im Flussbett wichtiger wären. Weiterhin wurde von allen Zuhörern noch das Problem der Reiher und Kormorane diskutiert, aber nicht gelöst. Es war wieder ein interessanter Abend in Köthensdorf und die Leute wissen nun etwas mehr über die „Fische in der Chemnitz“ und die Probleme der Gewässerpflege. Wir danken Herrn J. Gastmeyer vom DAV für seinen gehaltvollen fachlichen Vortrag, weiterhin bedanken wir uns bei allen Helfern, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung unterstützten.

                                                                                                                                                                   Andreas Hugel