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Der Heimatverein Köthensdorf e.V. berichtet
Am 13.April 2005 führte der Heimatverein Köthensdorf im Speisesaal der Johann-Esche-Grundschule im OT Köthensdorf eine weitere Vortragsveranstaltung in diesem Jahr durch. Das
Thema lautete „Fische in der Chemnitz“, ein Fachvortrag nicht nur für
Angelfans und Fischteichbesitzer. Heimatfreund Andreas Hugel konnte 38
interessierte Gäste aller Altersgruppen begrüßen. Der Speisesaal wird zur
Zeit renoviert und es lag noch ein leichter Farbgeruch vom Fensterstreichen in
der Luft. Aber das nahmen alle Besucher gern in Kauf, weil
sie sich über die Aktivitäten an diesem Gebäude freuen und der Fertigstellung
gespannt entgegen sehen. Anfangs wurde außerhalb des Themas an die Apriltage
vor 60 Jahren erinnert, als amerikanische Soldaten Köthensdorf besetzten und
ihre Panzer am Kirchsteig in Stellung gingen. Die Ausstellung des Heimatvereins
zum Maibaumsetzen am 23.04.2005 befasst sich auch mit dem Kriegsende im
Chemnitztal und der Zeit des schwierigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Wiederaufbaus und die damit verbundenen sozialen Probleme. Weiterhin verwies man
auf die Heftreihe über den Köthensdorfer Heimatforscher Emil Müller. Die
Bestelliste füllt sich wieder und das Heft 1 wird noch mal gedruckt. Dann
begann Herr Gastmeyer vom Deutschen Anglerverband in Sachsen mit seinem
Fachvortrag über die Fische im Allgemeinen und Besonderen. Er erläuterte ausführlich
die umfangreichen Aufgaben des Verbandes, dessen Mitglieder sich nicht nur mit
Angeln beschäftigen. Im Bestand des Verbandes befinden sich zahlreiche Flüsse,
Seen, Teiche und Talsperren, teils gepachtet, teils gekauft, wo man aktive Gewässerpflege
betreibt. Aus der Geschichte ist bekannt, dass am Chemnitzfluss früher gewerbsmäßig
Fischerei betrieben wurde, aber mit Zunahme der Textilindustrie (Färberei,
Bleicherei) ab ca. 1870 starben die Fische durch die Verunreinigungen fast aus
und die wenig verbliebenen wurden ungenießbar. Selbst zahlreiche
Flussedelkrebse gab es bis zu dieser Zeit in der Chemnitz. Zu DDR-Zeiten
unternahm man auch nichts, um die Flüsse sauber zu halten. Erst nach der Wende,
als die Kläranlage Heinersdorf vollständig bis zur 3.Stufe ausgebaut war,
konnte man eine stetige Verbesserung der Wasserqualität beobachten. Die ersten
Wasserpflanzen wuchsen wieder in der ruhigen Strömung und die ersten Fischarten
wurden registriert. Diese Fische sind sowohl von anderen Gewässern
zugeschwommen, als auch von Menschenhand wieder eingesetzt worden. Zur Zeit
leben im Chemnitzfluss 20 Fischarten. Der Bestand und die Artenvielfalt werden
vom Anglerverband ständig durch Kontrollbefischung überwacht. Dann stellte
Herr Gastmeyer Fische aus sächsischen Gewässern in Bild und Wort vor. In der
Chemnitz gibt es von den kleinen Fischarten z.B. Gründling, Elritze, Schmerle,
Moderlieschen und Stichlinge. Weiterhin schwimmen Flussbarsche, Forellen, Äschen,
Barben und natürlich die Lachse im Fluss. Die Zuhörer erfuhren etwas über die
Lachswanderungen, die Fortpflanzung und die Brutpflege der Fische. Obwohl hier
viel Fachwissen verbreitet wurde, schaffte es Herr Gastmeyer in seiner lockeren
Erzählweise das Thema für alle Leute interessant zu gestalten und manch einer
erinnerte sich an sein Schulwissen im Fach Biologie. Danach
erfuhren die Gäste einiges über das „Wiedereinbürgerungsprogramm“ für
den Lachs in Sachsen, die Perspektiven und die Probleme des Projektes. Es
mussten Lachseier aus schwedischen und irischen Flüssen beschafft werden. In
den sächsischen Flüssen sollte die Lachsbrut schlüpfen, dass die Brütlinge
nach der Geburt ihren Heimatfluss kennen, in den sie nach ihrer ersten großen
Wanderung in den Atlantik wieder zurückkehren und dann natürlich selbst Laich
ausbringen, um die Fortpflanzung in den sächsischen Flüssen zu gewährleisten.
Im Zuge der Lachswanderung wurde auch das Thema der Flussverbauung, die
Gestaltung von Wehren und der Bau von Fischtreppen angesprochen. Die meisten sächsischen
Flüsse sind eben noch nicht durchgängig von den Fischen durchschwimmbar. Nach
den Hochwasserschäden von 2002 konnte die Chance zur „Renaturisierung“ von
Flussabschnitten aber nur teilweise genutzt werden. Es wurde wieder der Fehler
gemacht, und viel Beton und schöne genormte Steine verbaut, wobei die Böschungsbepflanzung
und „Bremssteine“ im Flussbett wichtiger wären. Weiterhin wurde von allen
Zuhörern noch das Problem der Reiher und Kormorane diskutiert, aber nicht gelöst.
Es war wieder ein interessanter Abend in Köthensdorf und die Leute wissen nun
etwas mehr über die „Fische in der Chemnitz“ und die Probleme der Gewässerpflege.
Wir danken Herrn J. Gastmeyer vom DAV für seinen gehaltvollen fachlichen
Vortrag, weiterhin bedanken wir uns bei allen Helfern, die uns bei der
Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung unterstützten.
Andreas Hugel
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